BDEW-Kongress 2026 – Drei Themen, die mich nach Berlin treiben

Nächste Woche ist es soweit: Die Branche trifft sich in der Station Berlin. Für mich ist der BDEW-Kongress immer auch ein Spiegel dessen, was die Stadtwerke und Energieversorger, mit denen ich arbeite, gerade wirklich bewegt. Diesmal sind es drei Themen, die ich mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen werde.

Dekarbonisierung der Wärme — vom Konzept zur Umsetzung

Die kommunale Wärmeplanung ist in vielen Stadtwerken längst kein Papiertiger mehr — sie ist komplexeste Investitionsentscheidung seit Jahrzehnten. Eine Vielzahl von Aspekten und Herausforderungen flankiert diese Projekte. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen in den beiden Themensessions „Knackpunkte der Wärmewende“ und „Die konkrete Umsetzung der Wärmewende“ (Themenwelt D, jeweils Mi. 11:35 und 16:15 Uhr) diskutiert werden. Praxis — keine Theorie, sondern gelebte Transformation; genau das wird vor Ort gebraucht.

KI — nicht als Hype, sondern als Managementfrage

KI ist in der Energiewirtschaft angekommen, aber noch längst nicht verdaut. Die Session „Zukunft sichern mit KI: Kultur, Prozesse und Mensch im Fokus“ (Themenwelt D, Do. 09:10 Uhr) holt mich mitten in der Arbeit ab: Wenn ich mit Kunden z.B. an Steuerungs- und Berichtskonzepten arbeite, ist die eigentliche Frage selten die Technologie — sie ist, wie Menschen und Prozesse mitziehen. Dazu kommt die Session „Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für Stromnetze“ (Mi. 11:35 Uhr), die den operativen Anwendungsfall und das große Potenzial von KI im Netzbetrieb adressiert.

Resiliente kritische Infrastrukturen — eine Frage, die bleibt

Resilienz ist keine Zukunftsfrage mehr — sie ist operative Anforderung. Die Session „Kritische Infrastrukturen in Zeiten globaler Unsicherheit“ (Do. 10:55 Uhr) und das Ukraine-Panel im Plenum liefern dazu den geopolitischen Rahmen.

Was mich darüber hinaus bewegt: In der Praxis sehe ich, dass die Erkenntnis dem konkreten Handeln oft noch voraus ist, selbst wenn Lösungsbausteine zur Verfügung stehen. Z.B. das 450-MHz-Netz von der Versorger-Allianz 450 deckt seit Ende 2025 über 90 Prozent des Bundesgebiets ab und ist speziell für den schwarzfallfesten KRITIS-Betrieb ausgelegt. Das Netz ist da. Wie es den Weg in eine breitere Nutzung findet, würde ich gerne in Berlin diskutieren.

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